Grenze Senegal – Gambia

Am nächsten Tag steht der Grenzübergang nach Gambia an, was eigentlich unproblematisch funktionieren sollte, Als wir etwa einen Km vor der Grenze sind, ist plötzlich die Straße mit Reifen abgesperrt. Wir können nicht passieren. Wir wissen nur, dass der Grund ein Streik von LKW-Fahrern ist, die nun die Grenze blockieren. In den folgenden 6 Stunden Wartezeit, in denen die Hitze und vorallem die Kids der Stadt unsere Nerven strapazieren (Donne-moi un cadeau!), erfahren wir genaueres. Uns wird erzählt, dass ein senegalesischer Truckfahrer einen Unfall in Gambia hatte und ein Gambianer dabei ums Leben gekommen ist. Der senegalesische Truckfahrer wurde in Gambia festgehalten und die Blockade der Grenze, soll die Freilassung des Fahrers erzwingen. Da kommt es natürlich sehr gelegen, dass wir als Charity-Rally die Grenze passieren wollen. Wir merken bald, dass wir scheinbar ein gutes Druckmittel sind… In unserer Wartezeit fällt uns auf, dass eins der Kids sehr gut Englisch spricht. Wir kommen mit dem Kleinen ins Gespräch und er erzählt uns einiges über Schule und sein Leben in Gambia. Da er gerne Profifussballer werden will, würden wir ihm gerne eines der Trikots schenken, die wir im Auto haben. So lange das Auto mit Kids belagert ist, ist dies jedoch nicht möglich, da wir Angst haben, dass unser Auto innerhalb von 2 Minuten komplett leer geräumt ist, wenn wir hier anfangen Geschenke zu verteilen. Wir packen das Trikot also in einen Rucksack und sagen dem Jungen, er soll uns ein Restaurant zeigen. In einer ruhigen Ecke geben wir ihm das Trikot und umgerechnet 1,50 € damit er sich einen Fussball zum trainieren kaufen kann. Er schreibt sich unsere E-Mail Adresse auf und verspricht uns zu schreiben. Mal sehen, ob wir wieder was von ihm hören…
Als wir nach 15 bis 20 Minuten wieder an unseren Warteplatz zurück kommen trifft uns fast der Schlag: unser Auto steht alleine da, umringt von einer Traube Kids, die bereits auschecken, was sie vom Dach und von innen gebrauchen könnten. Von den 23 anderen Autos ist nichts mehr zu sehen. Wir kämpfen uns zum Auto durch und verfluchen unsere kaputten Türschlösser. Um in unser Auto zu kommen müssen wir die Hecktür aufschließen, rein klettern und von innen die anderen Türen auf machen. In diesem Fall kein leichtes Unterfangen. Als wir es schließlich geschafft haben, sagt uns eines der Kids in welche Richtung die anderen gefahren sind. Als wir aus der Stadt raus sind, rufen wir unseren Organisator an. Die anderen sind wieder 20 km zurück gefahren und dort auf einen Campingplatz. Den Namen können wir am Telefon nicht verstehen. Ich bitte Cor uns eine SMS mit dem Namen des Campingplatzes zu schreiben, damit wir uns wenigstens durchfragen können. Leider bekommen wir keine SMS von ihm und wir fahren einfach mal in die Richtung, die uns der Junge gezeigt hat. Als wir in dem Ort sind, in dem der Campingplatz sein soll, sind wir ratlos. Es ist inzwischen dunkel und außer einem kleinen Waldweg gibt es nichts, wo wir abbiegen könnten. An der Abbiegung steht eine Gruppe Jugendliche mit Motorrädern. Wir fragen, ob es hier einen Campingplatz gibt. 2 der Männer fahren auf einem Bike vor, wir hinter her. Als er unser immer tiefer in den Wald rein führt, wird uns mulmig. Wir verfluchen unseren Organisator, der sonst immer Sicherheit an erste Stelle setzt und uns zwingt seit einer Woche im Konvoi zu fahren, dass er uns einfach alleine an der Grenze sitzen gelassen hat. Schließlich erreichen wir den Campingplatz, aber leider ist es nicht, der wo die anderen sind. Wir bitten den Guide, uns wieder zur Straße zurück zu bringen. Er will erstmal umgerechnet fast 10 Euro von uns haben. Wir sind maximal 2 km gefahren und sagen ihm, dass das viel zu viel ist. Als wir uns nicht gleich einigen, sagt er uns, dass das nicht gut für uns ist. Wir wollen nicht, dass uns die Motorrad – Gang nachher aufhält und wir zahlen schließlich 3 Euro. Die Nerven liegen inzwischen schon ziemlich blank und wir sind stinksauer auf den Organisator. Wir rufen nochmal bei ihm an und bitten ihn nochmal um den Namen des Campingplatzes. Schließlich bekommen wir doch eine SMS und wir fragen uns nochmal durch. Als wir weiter durch diesen verfluchten Wald irren treffen wir zufällig auf ein paar Autos unserer Gruppe und schließen uns an. Die 3 Autos haben sich abgeseilt, da der Campingplatz der anderen zu teuer war und wir fahren zusammen auf einen anderen Campingplatz.
Wir warten noch den ganzen nächsten Tag bis wir die Grenze passieren können. Inzwischen sind wir gut in Banjul angekommen und machen uns ein paar ruhige Tage hier und besuchen unser Projekt.

Dieser Beitrag wurde unter Banjul Rally 2011 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu Grenze Senegal – Gambia

  1. Wollte mal kurz danke sagen, hat mir recht gut geholfen bei meinem Vorhaben, viele Grüße Peter

  2. Alexander sagt:

    Toll, dass hier immer gepostet wird.

  3. Mama Thum sagt:

    Ach ja – Herzlichen Glückwunsch – Super Fahrer – Super Scudo!!!!!!

  4. Mama Thum sagt:

    hallo ihr zwei
    welch ein Bericht….schon ganz schön viel erlebt! Seid ihr wieder bei Kräften; habt ihr alles aus dem Auto rausgekriegt; wie ist das Projekt……..tausend Fragen ….
    Ich hoffe euch gehts gut – ruft doch mal an. Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.